{"id":47,"date":"2007-09-11T06:17:48","date_gmt":"2007-09-11T06:17:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.modellbahnwerk.de\/?p=47"},"modified":"2011-09-08T15:13:29","modified_gmt":"2011-09-08T15:13:29","slug":"eine-werkstatt-en-miniature","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/modellbahnwerk.de\/blog\/modellwerkstatt\/eine-werkstatt-en-miniature-47\/","title":{"rendered":"Eine Werkstatt en miniature"},"content":{"rendered":"<div itemscope itemtype=\"http:\/\/schema.org\/BlogPosting\"><h2>Echte Arbeitsstimmung im Diorama<\/h2>\n<p class=\"blocktext\"><strong>Wie<\/strong> es eben manchmal so kommt. Da kam ich Mitte 2006 auf die Idee, meinem <a title=\"Das Bahnbetriebswerk I\" href=\"https:\/\/www.modellbahnwerk.de\/modellwerkstatt\/das-bahnbetriebswerk\">Bahnbetriebswerk<\/a> ein wenig Einrichtung zu verpassen und machte mir zun\u00e4chst einmal einige Gedanken, welche Einrichtungsgegenst\u00e4nde sich \u00fcberhaupt in der Gr\u00f6\u00dfe noch sinnvoll gestalten lassen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich stellte sich heraus, dass eine Werkbank sich m\u00f6glichst realistisch in <a class=\"blindlink\" title=\"H0 = Ma\u00dfstab 1:87; gesprochen \/h''nul\/\">H0<\/a> nachbilden lie\u00dfe. Nat\u00fcrlich ist dies eine ziemliche Fummelei, insbesondere, wenn sie aus den origin\u00e4ren Materialien nachgebaut werden soll.<\/p>\n<p>Von der Werkbank ausgehend, versuchte ich mich nun an Arbeitsb\u00f6cken, die in die Umgebung einer solchen Werksatmosph\u00e4re nat\u00fcrlich ideal passen w\u00fcrden. Da diese Kleinteile vorerst aber Gefahr liefen in den noch unfertigen Teilen meiner Anlage zu verschwinden, habe ich zu Pr\u00e4sentationszwecken das kleine Werkstattdiorama entworfen.<!--more--><\/p>\n<div id=\"box_right\">\n<h3>Werktische und -b\u00e4nke<\/h3>\n<p>Eine der fr\u00fchen \u00dcberlieferungen des Wortes &#8222;Werktisch&#8220; stammt aus dem 18.Jahrhundert. Im angels\u00e4chsischen Raum wurden &#8222;work tables&#8220; bzw. &#8222;work benches&#8220; urspr\u00fcnglich zun\u00e4chst f\u00fcr die N\u00e4herinnen angefertigt, um wie es auch noch heute \u00fcblich ist, eine h\u00f6here Pr\u00e4zision f\u00fcr die handwerklichen T\u00e4tigkeiten zu erreichen.<\/p>\n<p>Werktische bzw. -b\u00e4nke haben heute typischerweise Ma\u00dfe von wenigstens 75-200cm Breite, 70cm Tiefe und eine Arbeitsh\u00f6he von guten 80cm. An ihrer klassischen Erscheinungsform mit einer rechteckigen Arbeitsplatte und vier Standbeinen hat sich seit den Urzeiten nichts wesentliches ver\u00e4ndert.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"blocktext\">Zwischen dem Beginn der Arbeit an den ersten Gegenst\u00e4nden f\u00fcr die Werkstatt und einem Zustand, den man als &#8222;fertig&#8220; bezeichnen k\u00f6nnte, lag fast ein ganzes Jahr. Das komplett im Eigenbau entstandene Werkstattdiorama sah nach einer authentischen Farbgebung inklusive der typischen Verschmutzungen, Verwaschungen und Abnutzungserscheinungen und den gro\u00dfen Wasserflecken an den W\u00e4nden mit der eingestellten Ausstattung schon ganz brauchbar aus. Allerdings fehlte noch die werkstatttypische Beleuchtung. Dazu wurden entsprechende H\u00e4ngelampen entworfen, die es so im Handel genauso wenig gibt, wie die Werkb\u00e4nke und Arbeitsb\u00f6cke. Weil dies allein aber noch nicht ein wirklich stimmiges Bild abgibt, habe ich mich entschlossen, zudem die Werkbank dahingehend zu modifizieren, dass &#8222;auf ihr&#8220; nun geschwei\u00dft wird. Dank einer entsprechenden Elektronik kann mithilfe der wei\u00dfblauen LEDs nicht nur auf der Werkbank links, sondern auch an einem Werkst\u00fcck, welches auf den zwei B\u00f6cken rechts im Bild ruht, vorbildgetreu Lichtbogen geschwei\u00dft werden.<\/p>\n<h2>Von der Evolution einer Miniaturwerkbank<\/h2>\n<p class=\"blocktext\">Nach dem allerersten Prototypen einer Werkbank in der Nenngr\u00f6\u00dfe H0, habe ich eine ganze Reihe von Modifikationen und anderen Gr\u00f6\u00dfen ausprobiert.<\/p>\n<div id=\"box_right\">\n<h3>Ma\u00dfst\u00e4be und Nenngr\u00f6\u00dfen<\/h3>\n<p>F\u00fcr den Modelleisenbahnbau gibt es einige festgelegte Nenngr\u00f6\u00dfen, denen ein Ma\u00dfstab entspricht, daher folgende Auflistung der g\u00e4ngigen Gr\u00f6\u00dfen von gro\u00df nach klein:<\/p>\n<table style=\"text-align: center;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nenngr\u00f6\u00dfe<\/td>\n<td>\u2003Ma\u00dfstab<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>II<\/td>\n<td>1:22,5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>I<\/td>\n<td>1:32<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>0 \/ 0m<\/td>\n<td>1:48 f\u00fcr Normal- und Meterspur<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>0n3<\/td>\n<td>1:45 f\u00fcr 3-Fu\u00df-Spur<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: text-top;\">0e \/ 0f<\/td>\n<td>1:43,5 f\u00fcr Schmalspur- und Feldbahnen; der in Europa gebr\u00e4uchlichste Ma\u00dfstab der Nenngr\u00f6\u00dfe 0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>H0<\/td>\n<td>1:87<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>TT<\/td>\n<td>1:120<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>N<\/td>\n<td>1:160<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Z<\/td>\n<td>1:220<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>T<\/td>\n<td>1:450<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p class=\"blocktext\">Es gibt die Werkbank unterdessen in beinahe allen Gr\u00f6\u00dfen. Die ersten drei Bilder der linken Spalte in der Galerie zeigen das fertige Modell in H0. F\u00fcr die Epoche IIIc bzw. IV, in der meine Anlage spielt, wurde bei der <a class=\"blindlink\" title=\"DR = DDR Reichsbahn\" href=\"#\">DR<\/a> einheitlich dieses verwaschene blaugrau\/mittelgrau mit dem Gr\u00fcnstich verwendet. In noch fr\u00fcheren Epochen wurde meist ein dunkler Grauton verwendet. Die Arbeitsplatte, die im Original gerne einmal massive 7cm Dicke aufweist, wurde f\u00fcr das H0-Modell aus 0,8mm dicken Sperrholzpl\u00e4ttchen gefertigt und anschlie\u00dfend mit Braunt\u00f6nen gebeizt. Ein wenig schwarze Farbe erzeugt dabei die typischen Gebrauchsspuren.<\/p>\n<p>Das Rahmengestell wurde aus Messingwinkelprofil hergestellt, welches dann zusammengel\u00f6tet wurde. F\u00fcr die Querverstrebungen habe ich d\u00fcnnen Draht verwendet. Wie die oberen Bilder in der rechten Spalte zeigen, sind auch Varianten mit geschlossenem Unterbau m\u00f6glich. In diesem Fall wurden zwei kleine Holzschr\u00e4nkchen in den Rahmen gesetzt. Aus den gleichen Materialien entstehen ebenso die filigranen Arbeitsb\u00f6cke, die auf den unteren Bildern rechts zu sehen sind. F\u00fcr die weitere Ausstattung dieser Werkstattm\u00f6bel empfiehlt sich das Werkzeug Kit 18356 von Preiser aus der Serie military. Einige weitere Gegenst\u00e4nde wie Gasflaschen, Radtr\u00e4gerplatten und weiteres, sowie einige Gestaltungsvorschl\u00e4ge finden Sie auch unter Zubeh\u00f6r. Um etwas mehr Leben in die Werkstatt zu bringen, habe ich mich im Weiteren um eine ansprechende Beleuchtung gek\u00fcmmert.<\/p>\n<h2>\u00dcber die Werkstattbeleuchtung und das Schwei\u00dfen<\/h2>\n<p class=\"blocktext\">F\u00fcr das Diorama wurde eine Werkbank mit einer blauen <a class=\"blindlink\" title=\"LED = light emitting diode = Licht aussendende Diode\" href=\"#\">LED<\/a> ausgestattet,<\/p>\n<div id=\"box_right\">\n<h3>Schwei\u00dfen<\/h3>\n<p>Bereits um 4000 v.Chr. gibt es soetwas wie verschwei\u00dfte Teile bei den Sumerern, dabei wurde Gold mit Gold verbunden. Seit 2700 v.Chr. wird die Technik der Feuerschwei\u00dfung in \u00c4gypten verwendet. Auch in Pompeji gab es bereits feuergeschwei\u00dfte Rohrleitungen. Georg Christoph Lichtenberg, der eher aus der Literatur bekannt ist, war jedoch auch Professor f\u00fcr Physik. Ihm gelang per Zufall das Verschwei\u00dfen zweier Metalle durch Elektrizit\u00e4t im Jahr 1782. Der Begr\u00fcnder des Lichtbogenschwei\u00dfens war allerdings der Russe Nikolei Nikoleijewitsch Bernados, der 1881 Metallteile mit einem Lichtbogen zwischen Werkst\u00fcck und einer Kohleelektrode verbindet. Seit 1887 l\u00f6ste sein Verfahren sukzessive die Niettechnik im Stahlbau ab. Die gebr\u00e4uchlichste Technik des Lichtbogenschwei\u00dfens entwickelte jedoch ein anderer Russe, n\u00e4mlich Nikolai Gawrilowitsch Slawjanow 1890. Bei ihm entsteht der Lichtbogen zwischen dem Werkst\u00fcck und einer Metallelektrode, wodurch die zus\u00e4tzliche Kohleelektrode \u00fcberfl\u00fcssig wird.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"blocktext\">die dann zusammen mit einer entsprechenden Elektronik das grell blitzende Schwei\u00dflicht ergibt. Um ein unregelm\u00e4\u00dfiges Blitzen zu erreichen, wird ein entsprechend programmierter <a class=\"blindlink\" title=\"IC = integrated circuit = integrierter Schaltkreis\" href=\"#\">IC<\/a>-Baustein verwendet. In gleicher Weise wird auch die LED in dem Metallprofil, das auf den zwei B\u00f6cken liegt, angesteuert. Durch die geringe Baugr\u00f6\u00dfe lassen sich diese Micro-LEDs sehr gut im Tisch, oder in dem Profil \u201everstecken\u201c. Bei diesen kleinen Bauteilen lassen sich je nach Bedarf verschiedene Gr\u00f6\u00dfen von LEDs verbauen. In der Deckenlampe wie auch im Bauscheinwerfer sind die derzeit kleinsten LEDs verbaut, n\u00e4mlich <a class=\"blindlink\" title=\"SMD = surface-mounted device = oberfl\u00e4chenmontiertes Bauteil\" href=\"#\">SMD<\/a>&#8211;<a class=\"blindlink\" title=\"LED = light emitting diode = Licht aussendende Diode\" href=\"#\">LEDs<\/a> vom Typ 0603, die gerade mal 1,6mm \u00d7 0,8mm \u00d7 0,58mm messen. Das Verarbeiten dieser winzigen Elemente erfordert ein ungemein hohes Ma\u00df an Geduld und Ruhe.<\/p>\n<p>Die Polung der <a class=\"blindlink\" title=\"SMD = surface-mounted device = oberfl\u00e4chenmontiertes Bauteil\" href=\"#\">SMD<\/a>&#8211;<a class=\"blindlink\" title=\"LED = light emitting diode = Licht aussendende Diode\" href=\"#\">LED<\/a>s ist aufgrund der geringen Gr\u00f6\u00dfe nicht so deutlich zu erkennen, wie bei den gr\u00f6\u00dferen LEDs. Aber auf dem R\u00fcckenteil ist hier meist ein Pfeil in Form einer Diode aufgedruckt, wodurch sich die Anode von der Kathode unterscheiden l\u00e4sst.<\/p>\n<p class=\"blocktext\">Nicht zuletzt spielt die Wahl des L\u00f6tzinns und der richtigen L\u00f6ttemperatur eine bedeutende Rolle. Der oben in der Galerie auf den letzten sechs Bildern zu sehende Bauscheinwerfer, Gleisbauscheinwerfer, Arbeitsscheinwerfer oder Strahler &#8211; die genaue Bezeichnung ist wohl eine Frage des Geschmacks &#8211; ist augenblicklich noch ein Prototyp, deshalb sind die Bilder hier allesamt noch ziemlich \u201efarblos\u201c. Im letzten Bild steht neben dem Prototypen eine etwas verschlankte Version, da die Standbeine des Stativs mit einem Millimeter Durchmesser auf beinahe 90mm dicke Rohre in der Realit\u00e4t schlie\u00dfen lassen. Zwischenzeitlich erschien mir dies zu massiv. Allerdings scheint beim direkten Vergleich beider Versionen der Verschlankte (mit 0,4mm Draht) kaum mehr ausreichend Stabilit\u00e4t im Realit\u00e4t zu haben, immerhin muss das Stativ auch an den Gleisen st\u00e4rker befahrener Strecken standhaft bleiben. \u00dcberdies werden dazu wohl demn\u00e4chst auch etwas h\u00f6here Gleisbaustrahler gefertigt, denn gegenw\u00e4rtig sind sie, wie die Bilder zeigen, gerade mal mannshoch.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Echte Arbeitsstimmung im Diorama Wie es eben manchmal so kommt. Da kam ich Mitte 2006 auf die Idee, meinem Bahnbetriebswerk ein wenig Einrichtung zu verpassen und machte mir zun\u00e4chst einmal einige Gedanken, welche Einrichtungsgegenst\u00e4nde sich \u00fcberhaupt in der Gr\u00f6\u00dfe noch sinnvoll gestalten lassen. 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